Elektrokonvulsionstherapie kompakt. Für Zuweiser und Anwender. Hrsg. von M. Grözinger u.a.. Rezensiert von Thomas Feltes

Elektrokonvulsionstherapie kompakt. Für Zuweiser und Anwender. Herausgeber: Grözinger, M., Conca, A., Nickl-Jockschat, Th., Di Pauli, J.. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2013. ISBN 978-3-642-25629-5, e-book 35,96 Euro, Softcover 54,99 Euro.

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) (besser umgangssprachlich wohl bekannt als „Elektroschock-Therapie“) soll das älteste Hirnstimulationsverfahren und heutzutage relativ weit verbreitet sein – was allerdings in der Öffentlichkeit eher weniger bekannt ist. Die EKT soll zu den „am besten wirksamsten Standardverfahren der Behandlung der therapie-resistenten Depression (TRD) und anderen schweren psychiatrischen Krankheitsbildern“ gehören[1]. Die EKT hat demnach ein sehr breites Wirkungsspektrum und zeichnet sich – so die Uniklinik Mainz – durch raschen und zuverlässigen Wirkungseintritt aus. Continue reading Elektrokonvulsionstherapie kompakt. Für Zuweiser und Anwender. Hrsg. von M. Grözinger u.a.. Rezensiert von Thomas Feltes

Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. Rezensiert von Carsten Lauber

Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. Aktuelle Spannungsfelder der Inneren Sicherheit einer liberalen Demokratie, 6. Auflage. Frankfurt am Main, Verlag für Polizeiwissenschaft, 2020, 297 Seiten, ISBN: 978-3-86676-620-4, 32.90 Euro

Bei diesem Buch handelt es sich um die 6. Auflage des Sonderbands 8 des Jahrbuchs Öffentliche Sicherheit. Das Inhaltsverzeichnis ist über die Deutsche Nationalbibliothek abrufbar[1]. Der Umfang des Buches ist gegenüber der Vorauflage um 46 Seiten gestiegen und seit der ersten Auflage im Jahr 2011 hat sich dieser mehr als verdoppelt. Die Aufsätze stammen aus den Jahren 2000 bis 2019 (S. 14). Im direkten Vergleich mit der Vorauflage fällt vor allem das neue Kapitel „Externe Kontrolle der Polizei durch ‚Kommissionen‘ sowie die deutliche Ausweitung des Kapitels „Die ‚verspätete‘ Polizeiwissenschaft in Deutschland“ auf. Ausweislich des Vorworts versteht sich die Zusammenstellung der Aufsätze als Beitrag einer „Neuen Polizeiwissenschaft“ (S. 14). Continue reading Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. Rezensiert von Carsten Lauber

Fran Ross, Oreo. Rezensiert von Thomas Feltes

Fran Ross: Oreo. Roman. Aus dem amerikanischen Englisch und mit Anmerkungen versehen von Pieke Biermann. dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München, 2019, 288 S., ISBN 978-3-423-28197-3, 22.- Euro (e-book 19,99 Euro)

„Die Wiederentdeckung dieses Buches und die grandiose Übertragung von Pieke Biermann ist ein Glücksfall“, so Max Czollek im Nachwort des Buches. Und dieser Glücksfall wurde gerade auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis für die beste Übersetzung ausgezeichnet: „Fran Ross führt ihre Leser in ein widersprüchliches Amerika. Wie Pieke Biermann diesen temperamentvollen Text voller jiddischer Anleihen und Südstaaten-Slang übersetzt hat, ist ein einziger Genuss“, so die Begründung der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 2020 zur Preisträgerin. Andere bezeichnen das Buch als „übermütiges Meisterwerk, ungelogen einer der wunderbarsten, komischsten, intelligentesten Romane, der mir in   den letzten Jahren untergekommen ist“ (Paul Auster) oder als „mutig und experimentell“. Das ist das Buch auf jeden Fall, und wer einen „üblichen“ Roman erwartet, der wird überrascht sein – enttäuscht eher nicht, denn schon der Drucksatz macht deutlich, dass man es hier mit einem „besonderen“ Buch zu tun hat. Hier beispielsweise die Seite vor dem Inhaltsverzeichnis:  Continue reading Fran Ross, Oreo. Rezensiert von Thomas Feltes

Johannes Kaspar, Tonio Walter, Strafen im Namen des Volkes. Rezensiert von Holger Plank

Kaspar, Johannes[1] / Walter, Tonio[2] (Hrsg.): „Strafen ‚im Namen des Volkes‘. Zur rechtlichen und kriminalpolitischen Relevanz empirisch feststellbarer Strafbedürfnisse der Bevölkerung“[3] (ISBN: 978-3-8487-5270-6 [Print] / 978-3-658-8452-9445-2 [ePDF], 286 Seiten, Nomos Verlag, Baden-Baden, Schriften zur Kriminologie, Band 15, 2019, 74.– € als Softcover)

Die beiden Herausgeber haben (internationale) Beiträge und Diskussionsberichte einer gleichnamigen Tagung an der Universität Augsburg, die im November 2018[4] stattfand, in diesem straf(-zumessungs)theoretisch äußerst lesenswerten Tagungsband[5] zusammengefasst. Titelbezogen lautet die Eingangsfrage, die sich beim geneigten Leser unmittelbar stellt: Wie ist Strafrecht, das „schärfste Schwert des Rechtsstaates“, Ultima Ratio für den Strafgesetzgeber, und Strafe im Allgemeinen dogmatisch bzw. empirisch zu rechtfertigen? Die informativen und größtenteils instruktiven Beiträge zeigen hierzu zahlreiche Ansätze auf, behandeln viele dogmatische Fragen sehr profund, ohne wirklich „die eine“ belastbare, „richtige“ Lösungen bieten zu können und lassen naturgemäß einige dogmatische Fragen und Folgerungen in der Fortfolge entwickelter Ansätze offen. Continue reading Johannes Kaspar, Tonio Walter, Strafen im Namen des Volkes. Rezensiert von Holger Plank

Frank Neubacher, Kriminologie, 4. Auflage 2020. Rezensiert von Thomas Feltes

Frank Neubacher, Kriminologie. 4. Auflage 2020, 270 S., Broschiert, ISBN 978-3-8487-4453-4, 25,90 Euro, e-book gleicher Preis.

Inzwischen in vierter Auflage erschienen, hat sich das Lehrbuch von Neubacher zu einem der Standardwerke für universitäre Kriminologie-Vorlesungen entwickelt – sicherlich auch deshalb, weil es aus einer solchen Vorlesung heraus entstanden ist. Auf rund 270 Seiten findet sich eigentlich alles, was man zum Thema „Kriminologie“ wissen muss, wenn auch natürlich nicht in der Tiefe und Breite, wie es andere, wesentlich umfangreichere Lehrbücher können. Allerdings „spielen“ die dann auch preislich in einer anderen Liga, und kaum ein Jura-Student wird sie sich zulegen (können). Continue reading Frank Neubacher, Kriminologie, 4. Auflage 2020. Rezensiert von Thomas Feltes